Wer ein Elektroauto fährt und gleichzeitig beim Tanken, Laden oder Waschen nicht zwischen mehreren Anwendungen wechseln möchte, bekommt mit fillibri – Tanken & Laden einen angenehm pragmatischen Begleiter. Ich habe die App vor allem als Werkzeug für unterwegs betrachtet: nicht als umfassende Fahrzeugzentrale, sondern als mobile Anlaufstelle, wenn ich schnell eine passende Ladesäule oder eine Tankmöglichkeit finden und den nächsten Schritt direkt vom Smartphone aus erledigen möchte.
Mein Gesamteindruck fällt klar positiv aus, aber nicht vorbehaltlos. Die App verbindet klassische Tankstellensuche mit E-Mobilität und Autowäsche in einem gemeinsamen Umfeld. Genau diese Mischung macht sie interessanter als eine reine Ladesäulenkarte. Gleichzeitig sollte man nicht erwarten, dass eine einzige Anwendung jede Besonderheit aller Betreiber, Fahrzeuge und Tarife gleich gut abbildet. Für Menschen, die häufig unterwegs sind und einfache Wege bevorzugen, ist der Ansatz überzeugend. Wer dagegen nur eine sehr tiefgehende Ladeplanung für lange Elektroauto-Reisen sucht, findet spezialisiertere Lösungen möglicherweise passender.
Eine praktische App für den Moment, in dem man unterwegs handeln muss
Die Stärke von fillibri liegt für mich in der Verbindung mehrerer Alltagssituationen. Ich kann nach einer Ladesäule suchen, eine Tankstelle in der Umgebung berücksichtigen und auch das Thema Autowäsche in derselben App im Blick behalten. Das klingt zunächst nach einer breiten Sammlung von Funktionen, ist aber gerade deshalb sinnvoll, weil diese Aufgaben in der Realität oft am selben Ort und während derselben Fahrt auftreten.
Die Anwendung gehört zur Kategorie der Auto- und Fahrzeug-Apps und stammt von fillibri GmbH & Co. KG. Sie ist kostenlos erhältlich und richtet sich damit nicht nur an Technikfans, sondern auch an Fahrerinnen und Fahrer, die eine unkomplizierte Ergänzung zu ihrem bisherigen Fahrzeugalltag suchen. Die Altersfreigabe liegt bei USK ab 0 Jahren, was zum sachlichen Charakter der App passt: Es geht um Mobilität, Standortsuche und Bezahlvorgänge, nicht um Unterhaltung oder ein kompliziertes Spielsystem.
Beim ersten Eindruck hilft, dass die App nicht versucht, ihre Aufgabe mit überladenen Begriffen zu erklären. Ich kann mit einem konkreten Bedürfnis starten: Wo kann ich laden? Wo bekomme ich Kraftstoff? Gibt es in der Nähe eine passende Möglichkeit zum Waschen? Diese Orientierung ist wichtiger, als sie klingt. Unterwegs möchte ich nicht erst lange herausfinden, in welchem Bereich ich suchen muss.
Besonders nützlich ist die Kombination für Haushalte, in denen mehr als ein Antrieb vorkommt. Vielleicht fährt eine Person ein Elektroauto, während im zweiten Fahrzeug ein Verbrennungsmotor arbeitet. Dann ist es angenehm, nicht zwei völlig getrennte Anwendungen für die grundlegende Suche pflegen zu müssen. Auch Mietwagen- oder Dienstwagenfahrer können davon profitieren, wenn sie kurzfristig eine Tank- oder Lademöglichkeit benötigen und nicht mit dem jeweiligen Fahrzeug-Ökosystem vertraut sind.
Was die Suche im Alltag tatsächlich besser macht
Eine gewöhnliche Karten-App kann Tankstellen und Ladesäulen ebenfalls anzeigen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass eine auf Mobilität ausgerichtete Anwendung die Suche stärker aus Sicht des Fahrzeugs denkt. Statt nur einen Ort auf der Karte zu markieren, ist die entscheidende Frage: Passt diese Möglichkeit zu meinem aktuellen Bedarf, und kann ich dort mehr erledigen als nur anhalten?
Für mich ist dabei der Kontext entscheidend. Wenn der Akku knapp wird, brauche ich nicht einfach irgendeinen Punkt auf der Karte. Ich möchte eine Option finden, die sinnvoll in meine Strecke passt. Bei einer Tankstelle zählt wiederum, ob sie gut erreichbar ist und ob ich den kurzen Stopp mit einer Autowäsche verbinden kann. Die App ist dann am stärksten, wenn sie solche Entscheidungen bündelt, statt mich zwischen einer Kartenanwendung, einer Lade-App und einer separaten Lösung für die Fahrzeugpflege springen zu lassen.
Ein hilfreicher Arbeitsablauf ist, die Suche nicht erst im letzten Moment zu beginnen. Ich würde vor einer längeren Fahrt die Umgebung des nächsten geplanten Stopps prüfen und nicht nur den nächstgelegenen Standort auswählen. So bleibt Raum, eine Alternative zu nehmen, falls die erste Möglichkeit ungünstig liegt. Das ist kein spektakuläres Extra, aber ein wichtiger Unterschied zwischen einer App, die ich nur im Notfall öffne, und einem Werkzeug, das meine Fahrt wirklich entspannter macht.
Ein zweiter praktischer Tipp betrifft die Unterscheidung zwischen „in der Nähe“ und „auf dem Weg“. Ein Standort kann auf der Karte nah aussehen, aber durch die Straßenführung einen deutlichen Umweg bedeuten. Ich nutze die App deshalb eher als Entscheidungshilfe und prüfe vor dem Abbiegen zusätzlich die tatsächliche Route. Gerade bei knapper Restreichweite ist diese kleine Vorsicht sinnvoller, als mich blind auf die optische Nähe eines Kartensymbols zu verlassen.
Elektroauto laden, ohne den Tankstellenblick zu verlieren
Für Fahrer eines Elektroautos ist die Ladesäulensuche der wichtigste Teil. Ich schätze vor allem, dass das Laden nicht isoliert von den übrigen Mobilitätsbedürfnissen betrachtet wird. Ein Ladestopp kann schließlich auch der Moment sein, in dem ich kurz einkaufe, eine Pause mache oder das Fahrzeug reinigen lasse. Die App passt daher gut zu Menschen, die ihren Stopp nicht ausschließlich nach technischen Ladeparametern planen, sondern nach dem gesamten Ablauf.
Günstiges Tanken ist ebenfalls ein Teil des Konzepts. Hier zeigt sich ein sinnvoller Vorteil gegenüber einer reinen Hersteller-App: Die Anwendung richtet sich nicht nur an eine bestimmte Automarke oder an ein einzelnes Fahrzeugmodell. Für gemischte Fuhrparks und wechselnde Fahrzeuge ist das praktisch. Ich muss nicht jedes Mal umdenken, wenn ich statt des Elektroautos den Wagen mit Verbrennungsmotor nutze.
Ein realistisches Beispiel: Ich fahre nach der Arbeit mit einem Elektroauto nach Hause, stelle aber fest, dass die Reichweite für den nächsten Termin knapp wird. Statt erst zu Hause eine weitere Anwendung zu öffnen, suche ich unterwegs eine Lademöglichkeit in der Nähe meines ohnehin geplanten Weges. Liegt dort zusätzlich eine Möglichkeit zur Autowäsche, kann ich den Stopp sinnvoll nutzen. Bei einem anderen Fahrzeug würde ich denselben Grundgedanken auf eine Tankstelle übertragen. Diese Flexibilität ist der eigentliche Mehrwert der App.
Wer häufig zwischen öffentlichem Laden, Tanken und Waschen wechselt, wird außerdem den geringeren mentalen Aufwand bemerken. Es geht nicht nur darum, eine Funktion zu besitzen, sondern darum, weniger einzelne Entscheidungen und App-Wechsel koordinieren zu müssen. Das macht fillibri besonders für spontane Fahrten interessant, bei denen ich nicht jede Station im Voraus recherchiert habe.
Der wichtigste Vorbehalt: Eine gemeinsame Oberfläche ersetzt nicht jede Spezial-App
So praktisch die Bündelung ist, sie bringt auch einen klaren Kompromiss mit sich. Eine App, die mehrere Mobilitätsbereiche abdeckt, wird nicht automatisch in jedem einzelnen Bereich so tief gehen wie eine spezialisierte Anwendung. Wer seine komplette Langstreckenplanung nach Ladeleistung, Fahrzeugverbrauch, Höhenprofil, Pausenlänge und mehreren Zwischenzielen ausrichten möchte, sollte seine bisherige Routen- oder Ladeplanung nicht vorschnell ersetzen.
Auch bei spontanen Ladestopps bleibt ein Rest an Eigenverantwortung. Ich würde vor dem Start eines Ladevorgangs immer prüfen, ob der ausgewählte Standort wirklich zu meinem Fahrzeug und meinem aktuellen Vorhaben passt. Das gilt besonders dann, wenn ich mit einem fremden Auto unterwegs bin. Eine übersichtliche Suche ist hilfreich, aber sie nimmt mir nicht die Aufgabe ab, die konkrete Situation vor Ort zu beurteilen.
Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit von der Aktualität der angezeigten Informationen. Bei Tankstellen, Ladesäulen und Waschmöglichkeiten können sich Verfügbarkeit, Zugänglichkeit oder Betriebsbedingungen ändern. Deshalb sehe ich die App als gute Orientierung und als praktischen Zugang, nicht als Garantie dafür, dass jeder Standort im entscheidenden Moment genauso nutzbar ist wie erwartet. Wer mit fast leerem Akku ankommt, sollte diese Unsicherheit einkalkulieren und eine Ausweichmöglichkeit im Kopf behalten.
Das ist keine spezielle Schwäche dieser Anwendung allein, sondern ein allgemeines Problem digitaler Mobilitätskarten. Bei fillibri fällt es nur stärker auf, weil die App verschiedene Arten von Stopps zusammenführt. Je breiter der Anwendungsbereich, desto wichtiger wird es, die angezeigte Information mit gesundem Menschenverstand zu ergänzen.
Für wen sich die App besonders lohnt
Ich würde fillibri vor allem Menschen empfehlen, die ein unkompliziertes Zentrum für alltägliche Fahrzeugstopps suchen. Dazu gehören Elektroautofahrer, die nicht nur laden, sondern auch klassische Tankstelleninformationen im Familien- oder Arbeitsalltag brauchen. Ebenso passend ist die App für Personen, die regelmäßig mit unterschiedlichen Fahrzeugen fahren und deshalb keine markengebundene Lösung bevorzugen.
Auch für spontane Fahrten ist sie eine gute Wahl. Wer erst unterwegs entscheidet, wo geladen, getankt oder gewaschen wird, profitiert von einer gemeinsamen Suche. Das gilt besonders in unbekannten Städten oder auf Fahrten, bei denen sich der Ablauf kurzfristig ändert. Statt sich auf eine einzelne Lieblingsstation festzulegen, kann ich den nächsten sinnvollen Stopp aus der aktuellen Situation heraus auswählen.
Weniger geeignet ist die App für Nutzer, die nur eine minimalistische Tankstellenkarte benötigen und keinerlei Interesse an E-Mobilität oder Fahrzeugwäsche haben. In diesem Fall können andere Karten- oder Navigationslösungen direkter wirken. Ebenso würde ich Vielreisenden mit einem ausgeprägten Bedarf an detaillierter Ladeplanung raten, fillibri ergänzend statt ausschließlich einzusetzen.
Für Einsteiger in die Elektromobilität ist die App dennoch interessant, weil sie den Zugang nicht unnötig auf eine technische Fachsprache beschränkt. Ich würde neuen E-Auto-Fahrern empfehlen, zunächst mit kurzen Strecken und bekannten Gebieten zu beginnen. Dabei lässt sich herausfinden, wie die Suche in der eigenen Region funktioniert und welche Stopps im persönlichen Alltag wirklich nützlich sind. Erst danach würde ich mich auf die App als alleinige Orientierung bei längeren, unbekannten Fahrten verlassen.
Bedienung, Verlässlichkeit und die Rolle der aktuellen Version
Die App wurde am 18.09.2020 veröffentlicht und liegt aktuell in Version 2.2.3 vor. Sie läuft ab Android 7.0, wodurch sie auch für viele ältere Android-Geräte grundsätzlich interessant bleibt. Für mich ist das ein praktischer Aspekt: Eine Mobilitäts-App muss nicht zwingend auf dem neuesten Smartphone installiert sein, um unterwegs nützlich zu werden. Entscheidend bleibt allerdings, dass das Gerät eine stabile Verbindung und eine brauchbare Standortbestimmung ermöglicht.
Die öffentliche Resonanz ist sehr stark. Im Store steht ein Durchschnitt von 4,8 bei rund 4,9 Tausend Bewertungen; außerdem wurden etwa 956 schriftliche Rezensionen hinterlassen. Die App kommt auf über 100 Tausend Installationen. Diese Zahlen beweisen nicht, dass sie zu jedem Fahrprofil passt, zeigen aber, dass fillibri bereits von einer beachtlichen Zahl an Menschen ausprobiert und bewertet wurde.
Ich würde die gute Bewertung vor allem als Hinweis auf die Alltagstauglichkeit des Grundkonzepts lesen. Die Anwendung spricht ein konkretes Problem an: Mobilitätsdienste sind oft verteilt, während der Nutzer einfach weiterfahren möchte. Dass fillibri mehrere Bedürfnisse unter einer Oberfläche zusammenbringt, dürfte für viele der Grund sein, sie dauerhaft auf dem Smartphone zu behalten.
Vor einer längeren Fahrt sollte ich trotzdem ein paar einfache Gewohnheiten entwickeln. Ich prüfe den Zielbereich frühzeitig, plane eine Ausweichmöglichkeit ein und vermeide es, eine unbekannte Ladesäule erst bei fast leerem Akku zu suchen. Bei einer Tankfahrt ist der Spielraum meist größer, bei einem Elektroauto kann ein kleiner Planungsfehler deutlich unangenehmer werden. Die App unterstützt den Ablauf, aber sie ersetzt keine vorausschauende Fahrweise.
Was ich von der kostenlosen Nutzung erwarte
Dass die App kostenlos angeboten wird, senkt die Einstiegshürde deutlich. Ich kann sie ausprobieren, ohne zuerst entscheiden zu müssen, ob sich ein kostenpflichtiges Abonnement für mein Fahrprofil lohnt. Das ist besonders sinnvoll für Menschen, die nur gelegentlich öffentlich laden oder selten in unbekannten Gegenden unterwegs sind.
Der kostenlose Zugang bedeutet für mich aber nicht, dass ich jede Erwartung an andere Dienste abgeben würde. Wenn mir bei einer bestimmten Fahrt die genaue Routenplanung, eine Fahrzeuganbindung oder eine besonders detaillierte technische Übersicht wichtig ist, würde ich weiterhin die dafür passende Lösung verwenden. fillibri überzeugt nicht dadurch, dass sie alles ersetzt, sondern dadurch, dass sie viele häufige Aufgaben angenehm nah zusammenlegt.
Ein unterschätzter Vorteil ist dabei die Möglichkeit, die eigene Routine zu vereinfachen. Ich kann die App als erste Anlaufstelle öffnen und erst dann entscheiden, ob ich für einen speziellen Schritt noch eine zweite Anwendung brauche. Das ist effizienter, als grundsätzlich mit mehreren Apps zu starten. Für den Alltag zählt dieser kleine Unterschied, weil er Suchzeit und Aufmerksamkeit spart.
Mein Urteil für den täglichen Einsatz
Die beste Seite von fillibri ist die Verbindung von Laden, Tanken und Waschen in einem realistischen Mobilitätsablauf. Die App denkt nicht ausschließlich in Kategorien wie Elektroauto oder Verbrenner, sondern orientiert sich an dem, was während einer Fahrt tatsächlich anfällt. Genau dadurch wirkt sie persönlicher und nützlicher als eine rein technische Ladesäulenübersicht.
Ihre Grenzen liegen dort, wo ich maximale Spezialisierung erwarte. Für die detaillierte Vorbereitung einer anspruchsvollen Fernreise würde ich zusätzliche Werkzeuge nutzen. Auch bei der Verfügbarkeit vor Ort bleibt eine gewisse Vorsicht notwendig. Wer diese Einschränkungen akzeptiert, bekommt aber eine kostenlose, breit einsetzbare App, die sich gut als täglicher Begleiter eignet.
Ich empfehle fillibri besonders, wenn du regelmäßig zwischen verschiedenen Fahrzeugen wechselst, öffentlich lädst oder tankst und deine Stopps gern mit einer Autowäsche verbindest. Für reine Tankstellensuche ist sie möglicherweise umfangreicher als nötig; für hochpräzise Ladeplanung möglicherweise nicht spezialisiert genug. Dazwischen liegt jedoch ein sehr überzeugender Bereich: spontane, praktische Mobilität ohne unnötiges App-Hopping.
Unterm Strich würde ich die Anwendung auf meinem Smartphone behalten. Nicht, weil sie jede andere Auto-App überflüssig macht, sondern weil sie im entscheidenden Moment schnell eine brauchbare Orientierung liefert und mehrere typische Aufgaben zusammenführt. Für meinen Alltag ist genau das der Unterschied zwischen einer App, die nur installiert ist, und einer, die ich tatsächlich öffne, wenn ich unterwegs eine gute Entscheidung treffen muss.









